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Master-Studium: Forschungsmodul am Internationalen Fußball Institut

Master-Student Philipp Bühr im Interview zu seinem Forschungsmodul am Internationalen Fußball Institut. | Foto: CM21

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Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. In Europa ist Fußball Mediensportart Nr. 1. Viele junge Menschen träumen von einer Karriere im Fußballbusiness. Auch Philipp Bührs Leidenschaft für diese Schlüsselbranche war immer schon sehr groß. Nun sammelte Philipp, Master-Student im Management und Marketing: Sport, Event und Gesundheit, praktische Erfahrungen im Big Business: Der 25-Jährige absolvierte sein ein Forschungsmodul im 3. Semester am Internationalen Fußball Institut. Wir haben Philipp über seine Tätigkeit und seine Forschungsarbeit interviewt:

Master AG: Warum hast du dich für das Internationale Fußball Institut entschieden?

Philipp: Obwohl ich jetzt seit über 20 Jahren aktiv Tennis spiele und Fußball hingegen nur 6 Jahre in der Jugend, habe ich die Liebe zu diesem Sport nie verloren. Fußball ist ein toller Teamsport und genießt meiner Meinung nach zurecht einen hohen Stellenwert in unserem Land. Aus diesem Grund wollte ich ein Praktikum absolvieren, in dem ich über diese Sportart und besonders das Fußballgeschäft mehr erfahre und lerne. Das Team ist sehr jung und alle bringen viel Leidenschaft und Expertise für diesen Sport mit.

Master AG: Wie bist du an diese Stelle gekommen?

Philipp: Ich habe damals über einen Freund erfahren, dass es das Internationale Fußball Institut gibt. Daraufhin habe ich mich über deren Homepage näher informiert und bin auf die Stellenausschreibung für ein Praktikum gestoßen. Im nächsten Schritt habe ich eine Bewerbung gesendet und letzten Endes ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch bei Herrn Prof. Haupt geführt.

Master AG: In welcher Abteilung warst du und was waren deine dortigen Tätigkeiten?

Philipp: Ich war im Fachbereich Digitalisierung beschäftigt. Ein hochinteressanter Bereich, der sich viel mit digitalen Projekten, Vermarktungsmaßnahmen und Innovationen beschäftigt. Meine Tätigkeiten waren u.a. die regelmäßige Auswertung und Erhebung von KPI´s für ausgewählte Bundesligisten, Auswertung und Analyse der unterschiedlichen Social-Media-Auftritte im Spitzenfußball, eigenständige Social-Media-Kampagnenentwicklung, Unterstützung in der Kundenakquise, fachbereichsübergreifende und fußballspezifische Recherchearbeiten.

Master AG: Was war dein Forschungsthema?

Philipp: Innovationen im Fußballbusiness – Warum sind die Innovationshemmnisse im professionellen Fußballbusiness größer als im Vergleich zur klassischen Wirtschaft? Eine wissenschaftliche Analyse der Hemm- und Erfolgsfaktoren anhand ausgewählter Fallbeispiele.

Master AG: Hatte dein Thema einen Bezug zu deiner täglichen Arbeit?

Philipp: Auf jeden Fall war dies der Fall. Der Fußball wird immer professioneller und die digitalen Möglichkeiten hinsichtlich der Vermarktung, des Entertainments für die Zuschauer oder auch der Optimierung von Prozessabläufen werden vermehrt auf den Sport und das Geschäft zukommen. Vieles ist davon noch Zukunftsmusik, aber an diesen Innovationen wird gearbeitet und einige Ideen und Konzepte werden von den Vereinen bereits umgesetzt.

Master AG: Wie war der Prozess der Themenfindung und wurdest du von deinem Arbeitgeber dabei unterstützt?

Philipp: Ich habe mich viel mit den Kollegen ausgetauscht um zu erfahren, wohin der Fußball sich entwickelt. Zusätzlich recherchierte ich darüber, wie das Standing des Fußballs ist, warum dieser immer professioneller wird und welchen Einfluss die Digitalisierung darauf hat. Dabei wollte ich zusätzlich einen Vergleich zu der klassischen Wirtschaft ziehen. Ja, ich wurde unterstützt. Allerdings heißt unterstützen nicht: „Schreib das so oder schreib das so". Ich habe mich viel mit meinem Arbeitgeber über dieses Thema und den aktuellen Stand ausgetauscht und konnte dadurch weiteres Wissen und hilfreiche Tipps in meine Arbeit einbauen.

Master AG: Welche Herausforderungen hat dein Forschungsthema mit sich gebracht?

Philipp: Die größte Herausforderung bestand darin, sich erstmal diesem bis dahin relativ unerforschten Thema zu widmen, passende Literatur zu finden und einen Status Quo herauszuarbeiten. Ansonsten entstehen bei einer guten Zeitplanung und einem schematischen Vorgehen nahezu keine weiteren Herausforderungen. Es fällt einem vieles leichter, wenn man am Anfang eine gründliche Literaturrecherche und -sammlung durchführt. Ein gut durchdachtes und ausgearbeitetes Exposé kann vieles erleichtern und letztendlich auch Zeit sparen.

Master AG: Welche Erkenntnisse konntest du aus deiner Forschungsarbeit gewinnen?

Philipp: Man muss sich vorstellen, dass im Fußball das Kerngeschäft immer noch der sportliche Erfolg ist, also das, was auf dem Platz passiert. In der klassischen Wirtschaft ist das Kerngeschäft immer das Produkt und dieses gilt es, weil der Wettbewerb nicht schläft, ständig zu optimieren. Die USPs müssen regelmäßig ausgebaut, neu erfunden und innoviert werden. Dafür gibt es bei adidas beispielsweise das sogenannte „Future Team". Dieses beschäftigt sich ausschließlich mit neuen Ideen und ist auf der Suche nach Innovationen. Sowas gibt es im Fußball nicht. Der FC Bayern hat kein eigenes Team, das neue technische Innovationen sucht. Zudem sind die finanziellen, technischen und personellen Ressourcen bei den Fußballvereinen zu gering. Die mediale Strahlkraft der Vereine ist so groß, dass Innovationen dadurch vergessen werden.

Master AG: Was kannst du zukünftigen Studenten für ihr Forschungsmodul mit auf den Weg geben?

Philipp: Jeder sollte sich ein Unternehmen suchen, für welches er sich auch wirklich interessiert. Mit dem Schreibprozess sollte rechtzeitig begonnen, im Vorfeld gründlich recherchiert und Literatur gesammelt werden. Es ist bei der Themenfindung wirklich wichtig, sich im Vorfeld auszutauschen. Wo besteht öffentliches Interesse und Neuigkeitswert? Zusätzlich muss ein durchdachtes Exposé verfasst werden. Ein perfektes Erfolgsrezept gibt es aber nicht, besonders nicht eines, dass sich für alle vereinheitlichen lässt. Jeder arbeitet individuell und hat seine eigene Vorgehensweise. Solange es effektiv ist und auch der Spaß dabei ist, bin ich mir sicher, dass die Arbeit erfolgreich sein wird.