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08.04.2019

So sieht die Generation Z ihre zukünftige Arbeitswelt

Die Studierenden präsentieren ihre Forschungsergebnisse vor der berufundfamilie Service GmbH in Frankfurt a. M. | Foto: CM21

Mit der Generation Z, den sog. Digital Natives, geboren zwischen 1997 und 2012, betreten momentan junge Menschen den Arbeitsmarkt, die völlig andere Werte und Erwartungen haben als ihre Vorgänger. Damit stellen sie den Personalbereich vor ganz neue Herausforderungen – aber auch vor neue Chancen und Möglichkeiten. Und genau diesen Chancen und Möglichkeiten gingen die Studierenden aus dem Studium Wirtschafts- und Werbepsychologie bei einem sehr spannenden Praxis-Projekt auf den Grund: Im Rahmen des Moduls „Marktforschung & Evaluation" forschten sie in Kooperation mit dem Praxispartner berufundfamilie Service GmbH über zwei Semester lang, wie die Generation Z ihre zukünftige Arbeitswelt sieht und wie sie zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht.

Im Interview diskutieren Dr. Puchner, stellvertretender Akademischer Leiter von Campus M21 in Nürnberg und Dr. Brigitte Waffenschmidt, Campus-Dozentin und Auditorin bei der berufundfamilie Service GmbH, die Bedeutung der Studie „Generation Z und ihre Erwartungen an die Arbeitswelt" und deren Ergebnisse:

Warum braucht es diese Studie?

Dr. Brigitte Waffenschmidt: Wir wollten nicht noch eine weitere allgemeine Studie zur Generation Z. Es geht uns vielmehr darum, tiefgreifendere Erkenntnisse der Generation Z insbesondere in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu untersuchen. Mit der Studie sollen unter anderem Antworten auf folgende Frage gefunden werden: Mit welchen Instrumenten können Arbeitgeber die Generation Z für ihr Unternehmen gewinnen und langfristig binden?

Welche Ergebnisse sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Dr. Brigitte Waffenschmidt: Für die Generation Z scheint die persönliche Wertschätzung und die Sinnhaftigkeit des Arbeitens eine weitaus größere Rolle zu spielen als für die Generationen zuvor. Denn trotz der technischen Möglichkeiten legt die Generation Z insbesondere Wert auf den persönlichen Austausch – sowohl mit der Führungskraft als auch mit den Teammitgliedern. Die Generation Z sucht sinnstiftende Arbeit und einen Job, der sie erfüllt. Dabei geht es ihr nicht darum, die Welt verändern zu wollen, sondern vielmehr möchte sie in der zu erledigenden Aufgabe selbst einen Sinn sehen.

Spannend ist, dass sich die Durchführenden der Studie im Grunde selber untersucht haben. Wie lief das ab?

Dr. Georg Puchner: Zunächst einmal: Eine Vermengung von für die Studie verantwortlichen Studierenden und Testpersonen hat selbstverständlich aus methodischen Gründen nicht stattgefunden. Richtig ist, dass die Studierenden, die diese Vorstudie durchgeführt haben, ebenfalls zur Generation Z zählen. Dies hat die Forschungsaufgabe für unsere Studierenden ja so interessant gemacht. Sie konnten sich sehr gut in die Probanden hineinversetzen und viel über ihre eigene Generation erfahren. Zudem haben sie die Ergebnisse in der Tat auch kritisch reflektiert.

Gab es Ergebnisse, die Sie überraschend fanden?

Dr. Georg Puchner: Ja. Wir waren sehr über die offensichtlich immer noch vorhandenen signifikanten Geschlechterunterschiede hinsichtlich ausgewählter Einstellungskriterien überrascht: So ist z.B. in der Generation Z auch weiterhin das männliche Geschlecht stark an einem Dienstwagen als Sonderleistung interessiert, wohingegen Frauen großes Interesse an familienorientierten Zusatzleistungen haben. Die traditionellen Rollenverständnisse der Geschlechter scheinen – wenn auch in abgeschwächter Form – weiterhin Bestand zu haben.

Wie geht es nun weiter?

Für die Generation Z müssen Unternehmen also weiter umdenken und sich auf die Lebenswelt und Erwartungen der „Digital Natives" einstellen. Aufgrund der Brisanz dieses Themas bereitet Campus M21 schon eine neue Forschungsstudie vor - die Ergebnisse samt Handlungsempfehlungen sollen dann in der ersten Jahreshälfte 2020 veröffentlicht werden.