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18.04.2017

Studentin kämpft für bessere Produktionsbedingungen

Modemanagement-Studentin Annika Hoefer auf der oikos Konferenz Annika Höfer hat es geschafft, für die legendäre oikos Winter School ausgewählt zu werden. | Foto: Campus M21

Umdenken nach vielen Toten

Beim Unglück von Rana Plaza in Bangladesch starben bei einem Fabrikeinsturz vor wenigen Jahren 1.000 Menschen. Sie wurden begraben unter den Trümmern des maroden Baus, in dem u.a. auch H&M seine Ware produzieren ließ. Der Tod der Arbeiter brachte ein Umdenken einiger großer Textilkonzerne mit sich. Und auch viele Kunden begannen spätestens nach Rana Plaza, die Produktionsbedingungen der Labels, die sie tragen, zu hinterfragen. So auch Annika Höfer, Modemanagement-Studentin aus dem Studienzentrum Nürnberg. Sie ist eine von nur 38 ausgewählten Studierenden aus der ganzen Welt, die in der oikos Winter School eine spannende Woche zum Thema Nachhaltikgeit in der Fashion Industrie erlebte.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Doch was ist Nachhaltigkeit eigentlich? Auf den Punkt gebracht bedeutet das, Resourcen zu bewahren. Unsere Gesellschaft ist nur dann zukunftsfähig, wenn sie sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umgeht. Wir handeln dann nachhaltig, wenn wir Resourcen nur in dem Maß beanspruchen, wie diese sich regenerieren. Der Gedanke der Nachhaltigkeit bezieht sich dabei nicht nur auf ökologische Aspekte, sondern auch auf die Überwindung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten sowie eine stärkere Teilhabe aller Beteiligten an gesellschaftlichen Prozessen. 

oikos Winter School: Sensibilisierung von zukünftigen "Changemakern

Unter dem Motto "Sustainability in the Fashion Industry – You call it Eco. We call it common sense" lud die oikos Winter School 38 Studierende aus der ganzen Welt zur Konferenz über Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie an die Universität Witten/Herdecke ein. Oikos International ist eine internationale studentische Organisation, die sich an 40 Standorten weltweit für die Auseinandersetzung mit Themen der Nachhaltigkeit einsetzt. Die Winter School ist eines ihrer größten Projekte. Seit 2007 kommen hier jedes Jahr Studierende aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam Impulse für innovative Lösungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung zu geben. Insgesamt zielt die Konferenz darauf ab, die internationalen Studierenden als zukünftige „Changemaker“ und Führungspersonen mit fundiertem Wissen über Nachhaltigkeit auszustatten. Und mitten drin in diesem internationalen Umfeld, neben Studierenden aus Jordanien, USA und Afrika war Campus-Studentin Annika Höfer, die hier ihre Erfahrungen teilt:

Studenten aus der ganzen Welt diskutieren über Nachhaltigkeit

"Ich bin Annika Höfer und studiere am Campus M21 in Nürnberg Modemanagement im vierten Semester. Kürzlich hatten ich und 37 weitere Studenten aus der ganzen Welt die Chance, an der internationalen Konferenz „oikos Winter School“ in Witten teilzunehmen. Etwa eine Woche lang nutzten wir Workshops, Diskussionen und Vorträge um verschiedene Ansätze zu erlernen, zu reflektieren und praktisch anzuwenden. Ich lernte mit Studenten aus Bangladesch, Jordanien, USA und Europa, wie bedeutungsvoll das Thema Nachhaltigkeit in der Modebranche ist. 

Das Unglück von Rana Plaza und seine Folgen

Ein Highlight war der Vortrag des globalen Unternehmens H&M, das sich nach dem Unglück von Rana Plaza in Bangladesch umorganisieren musste. Ich fand es hochinteressant zu erfahren, welche nachhaltigen Maßnahmen die Fast Fashion Marke H&M danach ergriff und welche neuen Strategien Sicherheitsstandards in den Produktionsstätten seit der Katastrophe gewährleisten.

Kritische Auseinandersetzung mit Produktionsbedingungen

Ein weiterer Höhepunkt wurde uns durch eine Podiumsdiskussion u.a. mit dem Bereichsleiter der Corporate Social Responsibility von Kik Textilien geboten. Die wertvollste und gleichzeitig erschütternde Erkenntnis: Es scheint unmöglich zu sein, den Arbeitern in den Produktionsstätten einen Lohn zu bezahlen, von dem eine Familie ernährt werden kann. Grund dafür ist, dass sobald der Staat den Lohn erhöhen würde, große Firmen wie beispielweise Kik Textilien oder auch H&M in günstigere Produktionsländer abwandern würden. Mir ist klar geworden, dass wir als Verbraucher die größte Macht besitzen, etwas in Sachen Nachhaltigkeit zu ändern. Würde sich auch nur ein Teil Kunden der Fast Fashion kritischer mit den Produktionsbedingungen der Ware in den Herkunftsländern auseinandersetzen, wäre von den Herstellern mehr Transparenz gefordert. Der Druck auf die Hersteller würde deutlich wachsen, was eine nachhaltige Produktion fördern würde.

Starkes Netzwerk in der Fashion Industry aufgebaut

Der stellv. Akademische Leiter am Campus M21, Dr. Georg Puchner, hat meine Studiengruppe auf die oikos Winter School aufmerksam gemacht und uns ermutigt, uns zu bewerben. Ich bin so froh, es dorthin geschafft zu haben! Die oikos Winter School war ein prägendes und wegweisendes Erlebnis. Ich habe mein Netzwerk auf H&M, Kik sowie Organisationen wie z.B. GOBLU, FemNet e.V. und Impact erweitert. Interessant sind auch die Kontakte zu den internationalen Studenten, die ich geknüpft habe. Eine Studentin aus Jordanien hat bereits eine eigene nachhaltige Modemarke gegründet. Das hat mir sehr imponiert. Mein Plan: Nach meinem Bachelor of Arts möchte ich die Welt bereisen und danach meinen Master in 'Sustainability Management' oder Trendforschung machen."

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